Das Relikt von Bir Hooker: Analysen

Das Relikt von Bir Hooker: Analysen
Forschungsbericht von Gregor Spörri

Die von oben gemachte Aufnahme zusammen mit der Banknote erlaubte es mir, die exakte Größe des Fingers zu bestimmen. Ausgestreckt misst er ganze 38,4 Zentimeter. Der Mittelfinger eines erwachsenen Menschen ist nur etwa acht bis zehn Zentimeter lang. Der Riese, dem der Finger einst gehörte, muss also um die fünf bis sechs Meter groß gewesen sein. Eine vermeintlich abstruse Vorstellung, doch sie deckt sich mit zahlreichen historischen Überlieferungen (siehe Rubrik: Berichte über Riesen).
Der beim Grundglied des Fingers aus dem Gewebe herausragende Knochen sei auffallend dickwandig, meint der Schweizer Mumienexperte Frank J. Rühli. Er bestätigt damit meine Annahme, dass dieser Riese eine massige plumpe Gestalt gewesen sein muss wie es bei anderen Kolossen üblich war und ist: Dinosaurier, Elefanten, Wale usw.

Das Relikt von Bir Hooker besitzt die gleichen anatomischen Proportionen wie ein menschlicher Finger.

Das Relikt besitzt auch den gleichen anatomischen Aufbau wie ein menschlicher Finger: Nagel, Glieder, Gelenke …

Die eine Seite des Fingers ist flachgedrückt. Dort, wo der Finger von der Hand abgetrennt wurde, ist das Gewebe zur Seite hin und nach oben verschoben. Diese  ‘Quetschung’ deutet darauf hin, dass der Finger über den Zeitraum der natürlichen Austrocknung/Mumifikation hinweg stets auf der selben Seite gelegen hat. Durch den Flüssigkeitsverlust bildeten sich in der dickwandigen haarlosen Haut Dellen/Einsackungen.
Wurde der Finger abgetrennt, als das Gewebe noch frisch war, kann es sich um einen beliebigen Finger beider Händen handeln. Wurde er erst später vom mumifizierten Körper entfernt, kann es sich durch die Art der Quetschung eigentlich nur um den Zeigefinger der rechten Hand handeln. 

Der Finger wurde mit einer großen Klinge (Machete o.ä.) unterhalb des Grundgelenks von der Hand abgetrennt. Zuerst wurde ein Rundumschnitt durchgeführt. Dann wurde das Fleisch mit der Klinge vom Knochen geschabt. Zum Schluss wurde der Knochen in zwei Teile gehackt. Der Finger weist dabei mehrere Verletzungen auf: Gebrochener Fingernagel, mehrere Hautabschürfungen, Befall von Schimmelpilzen, Nage/Fressspuren usw.

Professor Rühli wie auch Dr. Benecke haben bilddiagnostisch eine mögliche Makrodaktylie-Erkrankung in Erwägung gezogen. Die Bilder unten zeigen entsprechende Beispiele.

Es gibt mehrere Gründe, weshalb es sich bei dem Riesenfinger von Bir Hooker nicht um eine Makrodaktylie handeln kann:
1) Bei dieser Krankheit treten primär krankhafte Vergrößerungen der Weichteile auf.
2) Der Knochenwuchs ist davon kaum betroffen. Falls doch, macht sich das meist in einer Verlängerung des Knochens bemerkbar (siehe Röntgenbilder).
3) Beim Relikt ist der Knochen  anatomisch korrekt ausgebildet und stimmt in den Proportionen mit der ihn umgebenden Gewebemasse überein.
4) Ein derart vergrößerter und verdickter Knochen wie beim Relikt würde unmöglich an eine menschliche Hand passen.
5) Von einer Makrodaktylie betroffene Körperteile sind nicht nur vergrößert, sondern auch krankhaft deformiert. Beim Riesenfinger von Bir Hooker wirken die Proportionen dagegen völlig normal.
6) Die teilweise plumpe Form des Fingers ist wie folgt zu erklären:
A) Gewebe und Haut sind während der Dauer der natürlichen Mumifizierung eingesackt.
B) Der Riese besaß einen massigen, eher plumpen Körperbau in der Art von King Kong, Hulk o.ä.

Von dem Foto des Röntgenbilds, auf dem der Finger in originaler Größe abgebildet ist, existiert nur noch eine schlechte Kopie. Dennoch kann man die massive Knochenstruktur erkennen, die auf eine sehr kräftige Statur des Riesen hinweist.

Gregor Spörri und Dr. Carl Bader (1988).

Dr. Carl Bader, Naturwissenschaftler und ehemaliger Biologielehrer von Gregor Spörri, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, als er die Fotos betrachtet. »Dieses Ding sieht tatsächlich aus wie ein riesiger menschlicher Finger. Aus evolutionsbiologischer Sicht hat es derartige Geschöpfe aber niemals gegeben. Dennoch lässt Dr. Bader Spörri Briefe schreiben, die er zusammen mit mehreren Fotos des Fingers an Wissenschaftskollegen verschickt. Rückmeldungen oder Nachfragen gibt es allerdings keine. Offenbar ist diese 'paläontologische Verrücktheit' wie Bader das Relikt nennt, so weit entfernt von der Lehrmeinung zur Artenentstehung, dass sich niemand die Finger daran verbrennen möchte. Bei einem weiteren Treffen im September 1995 erklärt Dr. Bader Spörri dann noch, dass sich Wissenschaftler mit nichtkonformen Dingen generell schwer tun würden, weil sie bei allen ihren Handlungen und Aussagen immer auch auf ihr Ansehen, ihre Karriere, vorherrschende Lehrmeinungen, Geldgeber usw. achten müssen.

Das Relikt von Bir Hooker und Professor Dr. Dr. med. Frank J. Rühli,

Der Schweizer Mumienexperte Prof. Dr. Dr. med. Frank J. Rühli von der Universität Zürich untersuchte schon die Gletschermumie ‘Ötzi’ und den Promi-Pharao ‘Tutanchamun’. Rühli äußerte sich wie folgt zum Relikt von Bir Hooker: »Ein spannender Fall. Eine definitive und fundierte Beurteilung anhand der Fotos ist leider nicht möglich. Der Fingernagel, seine Einbettung ins Gewebe, die Oberflächenbeschaffenheit sowie die sichtbaren Hautgewebeverletzungen sehen allerdings sehr natürlich aus. Der ‘Finger’ erscheint tatsächlich deutlich vergrößert. Differentialdiagnostisch kommt für mich primär eine extreme Form von Makrodaktylie (Proteus-Syndrom oder ähnlich) in Frage. Etwas seltsam erscheint mir der Knochenstumpf. Er erinnert mich eher an einen Tierknochen, denn für einen ‘menschlichen Finger’ wirkt er zu dickwandig. Da keine Querschnitt-Aufnahmen des Knochens existieren, ist meine Aussage rein spekulativ. Sollte es sich bei dem Objekt um eine Fälschung handeln, was nicht definitiv ausgeschlossen werden kann, handelt es sich um eine sehr gut gemachte Arbeit. Ich empfehle einen Veterinärmediziner beizuziehen, um das mit dem Knochen genauer abzuklären.«

Das Relikt von Bir Hooker und Dr. Mark Benecke.

Der bekannte deutsche Kriminalbiologe und Spezialist für forensische Entomologie, Dr. Mark Benecke, äußert sich wie folgt zu den Fotos des Relikts: »Anhand der Fotos lässt sich leider keine Aussage dazu treffen, um was für ein Objekt es sich genau handelt. Gerade aus dem genannten Gebiet bzw. in dieses Gebiet hinein verlegt werden öfters Geschichten von ausgetrockneten Wesen, die auch vorgezeigt werden können und durchaus aus Knochen und Haut bestehen können. Eine Untersuchung, ob es sich um menschliches oder tierisches oder sonstiges Gewebe handelt, halte ich für gut durchführbar, sobald Gewebeproben bzw. Materialproben vorliegen. Anhand der Fotos lässt sich dazu angesichts bekannter Fälschungen aber auch einer möglichen Gewebeveränderungen (Makrodaktylie usw.) nichts sagen. Eine Gewebeuntersuchung mit Feinschnitten und DNA sollte hingegen machbar sein bzw. zumindest den Ein- oder Ausschluss bestimmter Annahmen ermöglichen. Ohne Gewebe- bzw. Materialproben, kann ich zu diesem Fall leider nicht mehr sagen.«

Gregor Spörri hat zum Thema: Götter, Engel und Riesen einen spannenden und informativen Mystery-Thriller geschrieben. Weitere Infos zum Buch

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